Eine schwere Einkaufstasche, ein heftiger Hustenanfall oder zu starkes Pressen: Manchmal reicht schon eine falsche Bewegung und die Bauchwand gibt nach. Mediziner sprechen bei einem solchen Bauchwandbruch auch von Hernien. Viele Betroffene spüren zunächst nur ein leichtes Ziehen im Bauch oder eine kleine Vorwölbung an der Bauchdecke. Mitunter treten auch Schmerzen oder ein Druckgefühl auf. „Hernien sind keine Frage des Alters. Sie können angeboren sein oder durch eine Schwachstelle in der Bauchwand entstehen, die sich durch schwächer werdendes Bindegewebe oder körperlich schwere Arbeit gebildet hat“, erklärt Dr. Ronny Hendrischke, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Proktologie. In der Spreewaldklinik behandelt sein Team mehrere hundert Patienten aller Altersgruppen – vom Kindesalter bis ins hohe Lebensalter. Seit dem Jahr 2024 ist die Abteilung von der Fachgesellschaft mit dem Qualitätssiegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ ausgezeichnet.
Besser ärztlichen Rat suchen
Nicht jeder Bauchwandbruch erfordert sofort eine Operation. Dennoch raten Fachleute dazu, Veränderungen frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. „Wir wissen aus der Erfahrung, dass oft kleinere Hernien problematisch werden können, weil sich dort eine Schlinge des Dünndarms einklemmen kann. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch gefährlich, da ein Darmverschluss droht“, erläutert der erfahrene Chefarzt. Warnzeichen wie starke Schmerzen, Übelkeit oder Fieber sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden. Allerdings können auch größere Leistenbrüche schmerzhafte Folgen haben: Manche Patienten bekommen Beschwerden, weil sie unbewusst in eine Fehlhaltung wechseln.
Schonende OP dank kleiner Schnitte
Zur Behandlung stehen heute verschiedene chirurgische Verfahren zur Verfügung. In der Spreewaldklinik werden viele Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt. Bei dem laparoskopischen Eingriff operieren die Experten über kleine Hautschnitte in der Bauchdecke mit speziellen Instrumenten und Sicht über eine Kamera. „Um die Bauchwand zu stabilisieren, setzen wir bei den meisten Männern und bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch ein gut verträgliches Netz aus einem Spezialkunststoff ein“, sagt Hendrischke. Alternativ kann der Bruch auch durch spezielle Nahttechniken verschlossen werden.
Bei der kostenfreien Patientenveranstaltung am 29. April stellt Fjodor Jefimow, Leitender Oberarzt der Abteilung, die verschiedenen Operationsmethoden vor, erläutert deren Vorteile und geht auch auf Faktoren ein, die die Entstehung von Hernien begünstigen können.
Kostenfreie Teilnahme
Die Patientenveranstaltung beginnt am 29. April um 17.30 Uhr in der Spreewaldklinik Lübben, Raum Lubin. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss an den Vortrag haben Teilnehmende Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Experten ins Gespräch zu kommen.