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26.09.2019, Königs Wusterhausen

Medizinische Sonntagsvorlesung zu Blutvergiftung

Wenn das Immunsystem Stress hat

Nach Beginn der neuen Serie der Medizinischen Sonntagsvorlesungen des Klinikums Dahme-Spreewald im September steht am 13. Oktober 2019 an der TH Wildau ein Thema auf dem Programm, das sich dem Kampf des Immunsystems mit Krankheitserregern widmet. Dr. Christian Bertram, Leitender Oberarzt in der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Achenbach Krankenhaus spricht in der 104. Medizinischen Sonntagsvorlesung über Blutvergiftung und resistente Keime.

Dr. Christian Bertram kennt die Zahlen: „Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schätzt, dass jährlich zwischen 125.000 und 300.000 Patienten an einer Sepsis erkranken, mehreren zehntausend sterben daran. Davon Betroffene müssen auf einer Intensivtherapiestation (ITS) behandelt werden.“

Manche Zeichen werden falsch gedeutet, eine tatsächliche Blutvergiftung wird nicht immer sofort erkannt. Sie beginnt mit nicht eindeutigen Symptomen und kann schnell zum Tod führen. Wunden mit sichtbaren Streifen sind kein Anzeichen für eine Blutvergiftung, sondern deuten auf eine Wundinfektion, die Lymphgefäße unter der Haut entzündet. Ursache sind auch nicht vorhandene Krankheitserreger im Blut, es ist vielmehr die Reaktion des Körpers auf Keime, meist Bakterien. Blutvergiftung oder Sepsis ist eine sehr schwere Allgemeininfektion, mit Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Auch wenn häufig von „Krankenhauskeimen“ gesprochen wird, die lebensbedrohlich sind, ist dies nur sehr selten (zwei Prozent) der Auslöser für eine Sepsis. Gegen Antibiotika resistente Keime können eher lebensbedrohlich werden, auch darüber wird der Facharzt für Anästhesiologie sprechen. „Wenn es ein Patient mit einer schweren Sepsis ist, besteht dringender Handlungsbedarf, denn der Stoffwechsel gerät erheblich aus dem Gleichgewicht. Als Intensivmediziner müssen wir dann die Organfunktionen aufrechterhalten oder sogar zeitweise ersetzen. Sauerstoffgabe und Beatmung sind häufige Maßnahmen, wenn die Nierenfunktion versagt, kann eine Dialyse erforderlich werden.“

Hintergrund des dramatischen aber unsichtbaren Geschehens ist, dass sich Gefäße im Körper weiten, der Blutdruck abfällt, Atem- und Herzfrequenz zunehmen, Herz und Lunge versuchen, den ausbleibenden Rückstrom des Blutes und die mit Sauerstoff-Anreicherung durch erhöhte Aktivität auszugleichen. Die Zusammenhänge und Auswirkungen einer Sepsis werden in der Sonntagsvorlesung von Dr. Bertram ebenso anschaulich vorgestellt wir die Bedeutung und Auswirkungen resistenter Keime im Zusammenhang mit Blutvergiftungen.

Die Medizinische Sonntagsvorlesung der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH in Zusammenarbeit mit der TH Wildau findet statt am 13. Oktober 2019 im großen Hörsaal der Halle 14 der TH Wildau, direkt am S-Bhf. Wildau. Beginn ist um 11 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos. Das Programm bis Juni 2020 ist auch im Internet zu finden: www.klinikum-ds.de.
 

Kontakt

Fachliche Informationen
Dr. med. Christian Bertram, Leitender Oberarzt,
Abt. für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Achenbach Krankenhaus
Tel.: 03375 288-343 | christian.bertram@sana.de

Pressekontakt
Dr. phil. Ragnhild Münch | Tel.: 03375 288-403 | Fax: 03375 288-702 | r.muench@klinikum-ds.de