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07.10.2019, Lübben

Im Notfall zählt jede Sekunde

Prüfen, Rufen, Drücken – in drei Schritten Leben retten

16. Oktober 2019, 14 bis 16 Uhr: Reanimation üben in der Spreewaldklinik Lübben 

Es kann jeden und überall treffen – Herzstillstand: Aussetzen der Atmung, plötzliche Bewusstlosigkeit. „Erste Hilfe in solch einer Gefahrensituation hat oberste Priorität, denn mit jeder Minute, in der das Herz still steht, sinken die Überlebenschancen“, sagt Dr. Benno Bretag, Chefarzt der Notfallambulanzen am Klinikum Dahme-Spreewald. Aus diesem Grund beteiligt sich das Klinikum am internationalen Aktionstag „World Restart a Heart Day“ am
16. Oktober 2019.

Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung lernen die Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege, was im Notfall zu tun ist. Schulleiterin Claudia Heim hat die Praxisanleiterinnen und Auszubildende dazu aufgerufen, zum weltweiten Restart a Heart Day mit Besuchern und Beschäftigten die lebensrettende Reanimation zu üben. In der Zeit von 14 bis 16 Uhr kann dies im Foyer der Spreewaldklinik Lübben mit Musik an Puppen geübt werden. Der Rhythmus von ‚Stayin‘ Alive‘ von den Bee Gees oder ‚Dancing Queen‘ von ABBA sind ideale Rhythmen, um wie von allein im Takt zu drücken“, weiß Claudia Heim.

Ein unerwarteter Herzstillstand trifft jedes Jahr mindestens 50.000 Menschen in Deutschland. 70 Prozent davon zu Hause, wie Statistiken zeigen, so dass die sofortige und lebenswichtige medizinische Erstversorgung oft fehlt. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss möglichst sofort lebensrettende Hilfe beginnen. In wenigen Minuten kann jeder helfen – und damit Leben retten. Leider machen Statistiken deutlich, dass in Notfallsituationen noch immer zu wenige Mitmenschen Erste Hilfe leisten: Nur in circa 42 Prozent der Fälle bundesweit werden Notfallpatienten nach plötzlich auftretendem Herzstillstandes mit einer Herzdruckmassage reanimiert.

Zu viele Menschen sind möglicherweise blockiert, haben Angst, etwas falsch zu machen oder dem Notfallpatienten gar weh zu tun. „Das führt dazu, dass häufig gar nichts passiert – und das ist das Schlimmste überhaupt. Denn schon nach drei bis fünf Minuten ohne Blutzufuhr setzt das Hirn aus. Ob bei der Reanimation eine Rippe verletzt wird oder nicht, ist nebensächlich. Denn die Rippe heilt wieder“, weiß Dr. Bretag. Für den Betroffenen zählt jede Sekunde: Der Rettungsdienst trifft nach einem Notruf nach frühestens acht Minuten am Ort des Geschehens ein. Ersthelfer sind lebensrettend, denn sofortiges Eingreifen entscheidet über mögliche (irreparable) Folgeschäden – oder im schlimmsten Fall über Leben oder Tod.

Erste Hilfe ist nicht schwer: Nach der bewährten Formel „prüfen, rufen, drücken“ lassen sich in drei schnellen Schritten Leben retten: „Erst muss geprüft werden, ob die Person bei Bewusstsein ist und noch atmet. Ist das nicht der Fall, müssen Ersthelfer unverzüglich den Notruf (112) wählen und dann sofort mit der Herzdruck-Massage beginnen, denn das ist und bleibt die wirksamste Methode bei einem Herzstillstand. Dabei ist wichtig, schnell und fest auf die Mitte des Brustkorbs zu drücken und das mindestens hundert Mal pro Minute. Viele tun sich schwer, diese Regel in der Gefahrensituation einzuschätzen. Mit passender Musik oder rhythmischem Zählen ist das einfacher“, erklärt Dr. Bretag. Zu beachten ist, die Herz-Druck-Massage solange auszuführen, bis der Notarzt vor Ort eingetroffen ist und übernimmt.

Kontakt

Fachliche Auskünfte
Dr. Benno Bretag, Chefarzt Notfallambulanzen | b.bretag@klinikum-ds.de
Claudia Heim, Schulleiterin | Tel.: 03546 75-284 | c.heim@klinikum-ds.de

Pressekontakt Klinikum Dahme-Spreewald
Dr. phil. Ragnhild Münch
Tel.: 03375 288-403 | Fax: 03375 288-702 | r.muench@klinikum-ds.de