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26.11.2018, Königs Wusterhausen

Medizinische Sonntagsvorlesung zu Gipfeln und Gesundheit

Hoch hinaus

Die 96. Medizinische Sonntagsvorlesung des Klinikums Dahme-Spreewald in der TH Wildau führt die Gäste einmal mehr in höchste Höhen. Am 9. Dezember 2018 entführt Dr. Rüdiger Müller, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Dahme-Spreewald seine Zuhörer in die eindrucksvolle Welt der Berge in Zentralasien. Nicht immer bergen die höchsten Gipfel die größten Schwierigkeiten bei der Bezwingung. Häufiger bedeuten die zweit- oder gar nur dritthöchsten Berge eines Kontinents eine größere Herausforderung.

Nach den Erfahrungen in Südamerika ging es 2017 zum Pik Lenin, der mit 7134 Metern Höhe der zweithöchste Gipfel des Gebirges Pamir in Zentralasien ist. Im Herbst 2018 folgte der Himlung Himal in Nepal mit 7126 Metern Höhe. Von dessen Höhen ist der Himalaya zu sehen, der etwas weiter östlich liegt. Der Pik Lenin ist ein bereits gut bekannter Gipfel, während die Erstbesteigung des Himlung Himal erst 1992 gelang.
Bei seinen nicht nur körperlich anstrengenden Aufstiegen hat Dr. Müller mit seinen Weggefährten wieder neue Erfahrungen zu Gipfeln und Gesundheit gesammelt. Zum 3. Mal kam er in die Nähe der 7000 Meter. Diese Art der Welterkundung kann nicht nur den Herzschlag aus dem Takt bringen. Einige der Reisegefährten mussten den Aufstieg wegen gesundheitlicher Probleme abbrechen.

Je höher der Aufstieg, desto mehr Aufmerksamkeit fordern Umgebung und Gesundheit. „Rutschen auf Steinen oder Eis ist ebenso gefährlich wie zu schnelles Gehen“, weiß der Mediziner. „Besonders tückisch ist, dass ein Flüssigkeitsmangel nicht immer spürbar ist, aber mit jedem Höhenmeter stärker wirkt. Ab 2500 Metern droht die lebensgefährliche Höhenkrankheit, so dass jedem bewusst sein muss, wie viele Meter in die Höhe zu bewältigen sind und ob das körperlich und auch mental aushaltbar ist. Aufmerksamkeit ist überlebenswichtig, egal ob der Weg einfach scheint oder eine traumhafte Aussicht lockt.“

Je höher es geht, desto stärker sinkt die Sauerstoffsättigung des Blutes, in höchsten Höhen mit Intensivpatienten vergleichbar. Die Gefahr liegt in Mikroblutungen mit Schwellung des Gehirngewebes (Hirnödems), die sich mit Gleichgewichtsstörungen, spürbar beim Gehen, bemerkbar machen, aber schnell Bewusstlosigkeit auslösen können. Spätestens dann sollte der Aufstieg enden.

Es wird wieder spannend, dem Bergsteiger wenigstens gedanklich zu folgen, Bilder schönster Aussichten zu sehen und Wichtiges über Gesundheitsaspekte in den Bergen zu erfahren. Manch einer hat nach ersten Erfahrungen mit Kälte, Übelkeit und Schwindel ganz bewusst entschieden, lieber nicht in höchste Höhen vorzudringen.

Die Vorlesung am 9. Dezember 2018 findet im großen Hörsaal der Halle 14 an der TH Wildau statt, direkt am S-Bhf. Wildau, Beginn ist um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss können die Zuhörer Fragen stellen. Die weiteren Themen und Referenten der Medizinischen Sonntagsvorlesungen sind im Internet zu finden unter www.klinikum-ds.de/Veranstaltungen.
 

Kontakt

Fachliche Informationen
Dr. med. Rüdiger Müller, Chefarzt
Abt. für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Dahme-Spreewald GmbH
Tel.: 03375 288-229 | E-Mail: r.mueller@klinikum-ds.de

Pressekontakt
Dr. phil. Ragnhild Münch
Tel.: 03375 288-403 | r.muench@klinikum-ds.de