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24.09.2015
, Königs Wusterhausen/Lübben
Sprachhelfer bei Notfällen
Neuentwicklung einer Übersetzungs-App vorgestellt

Dr. Frank Mieck, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Dahme-Spreewald, Michael Kabiersch, Geschäftsführer Klinikum Dahme-Spreewald GmbH, Stephan Loge, Landrat Dahme-Spreewald und Dr. Katrin-Müller-Schmehl, Oberärztin Notfallambulanz Achenbach-Krankenhaus stellen der Presse die App medilang vor.

Verständigungsprobleme mit Flüchtlingen haben nicht nur die vielen ehrenamtlichen Helfer, sondern auch Notärzte und Sanitäter, denn gerade bei medizinischen Notfällen geht es um Zeit und Verständigung. So ist es für Notärzte sehr wichtig schnell zu erfahren, ob jemand Allergien hat, Diabetiker ist, unter Bluthochdruck leidet oder welche Medikamente er gerade einnimmt, um richtige Diagnosen stellen zu können. Bei Notfällen kann eine klare Kommunikation lebensrettend sein. Was im Augenblick für gesundheitliche Probleme bei Flüchtlingen dringend benötigt wird, ist auch mit Blick auf die Patientensicherheit eine hilfreiche Neuerung.

In enger Zusammenarbeit mit Notärzten und der Brandenburger Firma Medialang ist eine App für Notfallmedizin entwickelt worden. Diese App wurde jetzt erstmals vorgestellt und für die Nutzung zunächst in den Notfall-Ambulanzen der Klinikum Dahme-Spreewald GmbH offiziell überreicht. Der Geschäftsführer des Klinikums Dahme-Spreewald, Michael Kabiersch, würdigte das Engagement von Mitarbeitern des Klinikums: „Diese App kommt zur richtigen Zeit an die richtigen Orte. Unter den rund 60.000 ambulanten Patienten im Achenbach-Krankenhaus und in der Spreewaldklinik Lübben sind Migranten, Touristen und in den letzten Wochen verstärkt Asylbewerber und Flüchtlinge. Es erleichtert unseren Mitarbeitern, Prozesse im Sinne der Patienten zu beschleunigen.“

Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Dahme-Spreewald, Dr. med. Frank Mieck, erklärt: „Wir haben an dieser App mitgewirkt, weil wir etwas für die Praxis der Notfallmedizin wollten. Mit der App werden Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen, die eine Einschätzung des Behandlungsbedarfs ermöglichen.“

Die App ermöglicht eine qualitative Frageführung, die auf Erfahrungswerten und Häufigkeiten von ersten (Verdachts-) Diagnosen basiert. Sie umfasst 265 mit Tondateien unterlegte Bausteine mit bis zu 1.000 Elementen in zehn Sprachen. Erfasst werden akute Beschwerden, Erkrankungen, Erläuterungen zu diagnostischen Maßnahmen und Erstversorgung sowie Informationen zur weiteren Versorgung. Für die Teams in den Notfallambulanzen des Klinikums Dahme-Spreewald ist ebenso vorteilhaft, dass der Gesprächsverlauf protokolliert wird und als Dokument mit Unterschrift verfügbar bleibt.

Unterstützer der Entwicklung ist der Landkreis Dahme-Spreewald, der die App zeitnah auch dem Rettungsdienst des Landkreises zur Verfügung stellen wird. Landrat Stephan Loge betonte, dass die aktuelle Situation nur allzu gut verdeutliche, woran der Landkreis schon länger arbeite: an der Verbesserung der medizinischen Versorgung von Migranten. „Ich bin stolz, dass diese App hier vorgestellt und in Nutzung genommen wird. Dieses Projekt ist ein Beitrag zur Verbesserung der Qualität im interkulturellen Gesundheitswesen“.

Weiterhin wird es Situationen geben, in denen ein Dolmetscher benötigt wird. Von Vorteil ist, dass einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums hervorragende Sprachkenntnisse haben, weil sie selbst einen Migrationshintergrund oder entsprechende Sprachkenntnisse erworben haben. Weiterentwicklungen hat die kleine Firma Medialang bereits im Blick. Neben weiteren Sprachen sind weitere Themenfelder ein Aspekt.

Kontakt

Fachliche Auskünfte:
Dr. med. Frank Mieck | Tel.: 03375 288-708
f.mieck@klinikum-ds.de

Kontakt:
Dr. phil. Ragnhild Münch
Tel.: 03375 288-403 | Fax: 03375 288-702
r.muench@klinikum-ds.de

www.klinikum-ds.de