Brustzentrum Königs Wusterhausen

Brustkrebs. Diagnostik und Therapie

Erkrankungsverlauf

Wenn Brustkrebs früh erkannt wird, ist die Aussicht auf Behandlungserfolge meist gut. Obwohl mehr Frauen an Brustkrebs erkranken, sterben immer weniger daran. Wie gut die Aussichten auf Heilung sind, hängt vom biologischen Charakter des Krebses, von der Größe des Tumors und davon ab, ob Lymphknoten in der Achselhöhle befallen sind. Aus diesen Faktoren kann das Wachstumsverhalten ermittelt werden. Weitere Kriterien sind etwaige individuelle Risikofaktoren das Alter der Patientin, die Art der Therapie und etwaige andere Erkrankungen.

Eine vollständige Zerstörung/ Entfernung des Tumors ist Voraussetzung für eine dauerhafte Heilung. Das ist bei frühzeitiger Diagnose möglich, wenn noch keine Metastasen gebildet wurden. Anders als bei anderen Krebserkrankungen müssen sich Brustkrebs-Patientinnen auch nach längerer Zeit mit noch mit dem einem erneuten Tumor am gleichen Ort (Lokalrezidiven) oder Streuung auf andere Organe (Metastasen) einstellen. Auch deshalb ist eine konsequente Nachsorge sehr wichtig.

Operation

In früherer Zeit bedeutete eine Operation die vollständige Entfernung der Brust. Heute wird meist schonend und sogar minimal-invasiv operiert, so dass die Brust erhalten werden kann. Eine Operation erfolgt meist kurz nach der Diagnose. Je nach Entwicklungsstand und Befund ist vorher auch eine Chemo-, Antihormon- oder Antikörpertherapie denkbar, um den Tumor zu reduzieren oder vollständig zu zerstören.

Eine Operation zielt darauf, alle vorhandenen Tumorzellen zu entfernen. Das schließt nicht befallene Ränder des Gewebes ein, die danach mikroskopisch genauer untersucht werden. Dabei wird festgestellt, ob weitere Tumorzellen vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, war die vollständige Entfernung erfolgreich.

Brusterhaltende Operationen sind möglich, wenn der Tumor örtlich begrenzt und nicht zu groß ist, keine weiteren Tumoren oder Brustkrebsvorstufen vorhanden sind.

Die Entscheidung treffen die beteiligten Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen auf der Grundlage von klinischen Untersuchungen, pathologischen Eigenschaften des Befundes und der Ergebnisse aller bildgebenden Verfahren.

Eher selten ist die Entfernung der gesamten Brust. Unumgänglich ist dies bei großen oder mehreren Tumoren oder wenn Brustkrebsvorstufen in der gesamten Brust vorhanden sind. Auch wenn bei einer früheren Operation der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte und in weiteren speziellen Situationen ist eine Brustentfernung unumgänglich. Heute wird dabei darauf geachtet, dass die Brustmuskulatur erhalten bleibt, damit der Brustkorb nicht einfällt und der Brustansatz seine runde Kontur behält. Bereits während einer solchen Operation sind erste Maßnahmen für einen Wiederaufbau der Brust möglich, der meist aus einem Silikonimplantat an Selle der entfernten Brustdrüse besteht.

Brustkrebszellen verbreiten sich vor allem über das Lymphsystem, vor allem über die Lymphknoten der Achselhöhle. Diese werden heute meist nicht mehr entfernt, sondern nur die sogenannten Wächter-Lymphknoten (Sentinel), die als erste auf der Lymphbahn zwischen Brust und Achselhöhle liegen. Voraussetzung ist, dass die Lymphknoten vor der Operation unauffällig waren. Auch die entnommenen Sentinels werden anschließend feingeweblich untersucht. Sind keine Tumorzellen vorhanden, hat der Tumor wahrscheinlich noch keine weiteren Lymphknoten oder anderen Organe befallen. Sind doch mehr als zwei Wächterlymphknoten befallen, werden mindestens zehn weitere Lymphknoten entfernt.

Die Operationswunde verheilt meist innerhalb weniger Wochen. Oft haben die Frauen wegen der entfernten Haut Spannungsgefühle, die aber bald vorübergehen. Nach brusterhaltenden Operationen lindern spezielle Büstenhalter, etwa ein Sport-BH, Missbefinden und stützen die Brust gut ab. Da meist der obere Bereich Richtung Achselhöhle befallen ist und Achsellymphknoten entfernt wurden, entstehen in diesem Bereich oft unangenehme Beschwerden. Die „Herzen gegen Schmerzen“ lindern Druck und Schmerz und können recht unauffällig getragen werden.

Nachsorge

Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind nach Brustkrebs besonders wichtig. Empfohlen wird, für die gesunde Brust einmal jährlich eine Mammographie durchführen zu lassen. Weitere Nachsorgemaßnahmen bespricht der behandelnde Arzt individuell mit der Patientin. Unterstützung erhalten Brustkrebspatientinnen sowohl von allen Ansprechpartnern. Die Psychoonkologie ist auf die Beratung und Begleitung von Krebspatienten spezialisiert. Im Brustzentrum des Achenbach-Krankenhauses erhalten Brustkrebs-Patientinnen sowohl Herzkissen zur Entlastung, wertvolle Informationen und Kontakt zu Selbsthilfegruppen und sie können an den DKMS-Seminaren teilnehmen. Darüber hinaus verfügen die Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes über wertvolle Informationen zu Anträgen aller Art und zu Rehabilitations-Einrichtungen.

Rehabilitation

Nach einer Brustkrebserkrankung braucht es Zeit, bis alles wieder „beim Alten“ ist. Rehabilitationsmaßnahmen erleichtern die Rückkehr in den Alltag. Reha-Teams, denen u.a. Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter angehören, stehen bei diesem wichtigen Schritt mit Rat und Tat zur Seite. Frauen mit Brustkrebs können langfristig vielfältige medizinische, psychologische und weitere Angebote nutzen. Es gibt stationäre, teilstationäre und ambulante Rehabilitationsmaßnahmen (Wiederherstellung) oder Anschlussheilbehandlungen (AHB), die auf Linderung krankheitsbedingter körperlicher, sozialer und beruflicher Einschränkungen zielen und zur Wiederherstellung von körperlicher Leistungsfähigkeit, zur Linderung des Erschöpfungs-Syndroms („Fatigue“) und auch psychosozialer Belastungen beitragen. Sie reichen von ärztlicher und pflegerischer Behandlung und Arzneimitteltherapie über Ergo- Sport- und Physiotherapie bis zu psychosoziale Angebote zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, zum Abbau von Angst und Depressionen. Manuelle Lymphdrainage wird gezielt zur Behandlung von Lymphödemen und stauungsbedingten Infektionen im Armbereich eingesetzt.

Auch der Körper will gepflegt, die Beweglichkeit gefördert werden. Arm und Schulter freuen sich über Übungen, um wieder Bewegungsfreiheit zu gewinnen und andere Beschwerden, etwa im Nacken oder Rücken zu vermeiden. Lymphdrainage hilft, damit Lymphe wieder abfließen kann und der Arm wieder beweglicher wird. Bewegung hilft auch bei Erschöpfung, die Folge von Erkrankung, Operation und der Therapien ist. Kraft- und Ausdauertraining sowie Bewegungsprogramme werden von Brustkrebspatientinnen immer wieder sehr positiv beurteilt, egal, ob sie diese in einer frühen oder späteren Phase der Krankheit genutzt haben.