Krankenhauskeime
Fragen und Antworten
In den letzten Jahren haben Infektionen im Krankenhausbereich deutlich zugenommen. Ein besonders hartnäckiger Ableger eines alltäglichen Hautkeims ist der so genannte Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, auch kurz MRSA genannt. Nähere Informationen zur Entwicklung, aber auch zu den Risiken und Präventionsmaßnahmen wollen wir nachfolgend geben.
Ursachen für die Zunahme von Krankenhausinfektionen
Viele Erreger sind durch den wachsenden Einsatz von Antibiotika zunehmend gegen die herkömmlichen Medikamente resistent. Auch in der Massentierhaltung werden Antibiotika verwendet und gelangen über die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Körper. Diese Entwicklung bringt neue Risiken mit sich, wie z.B. den multiresistenten Erreger vom Typ MRSA. Aufgrund der Abwehrmechanismen gegen eine Reihe von Antibiotika sind die Therapiemöglichkeiten einschränkt.
MRE Netzwerk Südbrandenburg
Das Klinikum ist Mitglied im MRE-Netzwerk Südbrandenburg. Der Leiter des Hygieneteams Herr Dr. Haubold ist einer der 5 Moderatoren des Netzwerkes.
Im Herbst 2010 beteiligte sich das Klinikum an einem vom Bundesministerium der Gesundheit geförderten Projekt zum Thema MRSA. Von September bis November wurde jeder neu aufgenommene Patient auf MRSA getestet. Das Netzwerk erhofft sich damit einen besseren Kenntnisstand zur bereits bestehenden Verbreitung von MRSA in der Bevölkerung unserer Region. Mit der Auswertung erhalten die teilnehmenden Krankenhäuser Angaben dazu, welche Risikogruppen in Zukunft schon bei der Aufnahme gründlich auf MRSA untersucht werden müssen.
Übertragungswege von MRSA
Das Kürzel MRSA steht für die Bakterienart Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. MRSA kommt regelmäßig bei Menschen und Tieren auf der Haut vor. Etwa 30-40% der Bevölkerung sind ständig mit diesem Keim besiedelt, was an sich noch keine gesundheitliche Gefährdung darstellt. Die Bakterien finden sich neben der Nase auch im Rachen, in der Leistengegend und im Dammbereich. Gelangen die Keime jedoch von der Haut über Hautverletzungen, Operationswunden oder Venenkatheter in den Körper, kann es zu schweren Infektionen wie Lungenentzündungen, Wund- oder Harnwegsinfektionen oder Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
Betroffene Patientengruppen
Ältere und pflegebedürftige Menschen sowie Patienten mit einem geschwächten Immunsystem und offenen Wunden sind durch Infektionen multiresistenter Keime besonders gefährdet. Aber auch Patienten, die eine Dialyse benötigen, einen Katheter tragen oder Antibiotika einnehmen, haben ein höheres Infektionsrisiko. Gesunde Menschen bekommen dagegen nur sehr selten MRSA. Es wird zwischen einer Besiedelung und einer Infektion unterschieden: Eine Besiedlung bedeutet, dass MRSA auf oder im Körper anwesend ist, ohne eine Krankheit zu verursachen. Die Infektion bedeutet, dass MRSA die Person krank macht.
Vorbeugung und Behandlung bei MRSA
Sehr häufig werden die Keime durch den Kontakt mit den Händen übertragen. Durch eine konsequente hygienische Händedesinfektion werden die Infektionswege unterbrochen und Patienten geschützt. MRSA-Infektionen können behandelt werden, allerdings gibt es einige wenige Antibiotika, die erfolgreich wirken. Zusätzlich werden antibakterielle und desinfizierende Präparate (Nasensalbe, Mundspülung und antiseptische Seife) eingesetzt. Der wichtigste Schutz ist die Händedesinfektion und das konsequente Befolgen der Hygiene-Standards und -regeln im Krankenhaus.
Maßnahmen
Maßnahmen im Krankenhaus bei MRSA-Infektionen:
- Bis zur Beendigung der Besiedelung mit MRSA wird der Patient in einem Einzelzimmer untergebracht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Behandlung in einem Mehrbettzimmer möglich.
- Der Patient darf das Zimmer nach Rücksprache mit dem medizinischen Personal verlassen.
- Vor dem Verlassen des Zimmers führt der Patient eine hygienische Händedesinfektion durch.
- In regelmäßigen Abständen werden Abstriche von Rachen, Nasen und ggf. auch von anderen Körperstellen (z.B. Wunden) entnommen, um zu überprüfen, ob der MRSA Erreger noch vorhanden ist.
- Besucher halten vorher mit dem medizinischen Personal Rücksprache, legen entsprechende Schutzkleidung an und desinfizieren sich bei Betreten und Verlassen des Patientenzimmers immer ihre Hände.




